

Nelly Ippenson
Weltoffen, spirituell verbunden und geprägt von vielen Erfahrungen zwischen verschiedenen Kulturen und Lebenswelten – so würde ich mich beschreiben. Mein Weg führte mich durch Pflege, Reisen, persönliche Krisen und tiefe spirituelle Erfahrungen hin zu meiner heutigen Arbeit: Menschen dabei zu begleiten, wieder in ihre eigene Kraft, innere Verbindung und Heilung zu finden.
Über mich
Ich wurde 1986 in Duschanbe, Tadschikistan, geboren – als Kind einer deutschen Familie, die durch die Folgen des Zweiten Weltkriegs dorthin verschleppt worden war. Mein Start ins Leben war also direkt international – ob ich wollte oder nicht.
In Tadschikistan waren wir die Deutschen. In Deutschland waren wir plötzlich die Russen, obwohl ich nie auf russischem Boden gelebt hatte. In der Schweiz wurde ich zur Deutschen, in Australien zur Europäerin. Irgendwann dachte ich: Wenn mich sowieso jedes Land anders nennt, kann ich mir auch gleich die Welt anschauen.
Heute weiß ich: Dieses Leben zwischen den Welten hat mir Flügel gegeben, vieles Neue mutig anzugehen und nicht an einem einzigen Ort gebunden sein zu müssen.
Schon als Kind nahm ich Dinge wahr, die andere oft nicht bemerkten. Ich spürte Stimmungen, unausgesprochene Konflikte und Gefühle sehr intensiv. Ich massierte gerne und stellte irgendwann fest, dass ich dabei Schmerzen anderer Menschen übernahm. Rückblickend hätte ich mir dafür vielleicht früher eine Bedienungsanleitung gewünscht.
Meine Familie war nach der Rückkehr nach Deutschland stark damit beschäftigt, sich ein neues Leben aufzubauen. Also lernte ich früh zu funktionieren. Gleichzeitig rebellierte ich viel, kämpfte gegen Ungerechtigkeit und sprach Wahrheiten oft sehr direkt aus. Heute weiß ich: Veränderung kann man nicht erzwingen. Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg und seine eigene Zeit.
Die Verbindung zu den Ahnen ist für mich sehr wichtig. Ich bin dankbar, dass ich meine Großeltern lange erleben durfte und sogar meine zwei Urgroßmütter kennenlernen konnte. Unsere Ahnen setzen Samen in uns, die uns ein Leben lang tragen können. Einer dieser Samen ist für mich die Musik. Mein Opa hat diese Liebe in mir geweckt – und heute darf ich sie an meine Kinder weitergeben.
Mit 19 Jahren begegnete ich meiner spirituellen Lehrerin Gabriela Meier. Ehrlich gesagt konnte ich sie anfangs überhaupt nicht leiden. Sie hatte eine innere Sicherheit und göttliche Verbundenheit, die mich faszinierte – und vermutlich genau deshalb triggert. Trotzdem ließ sie mich nicht los. Aus Neugier besuchte ich einen ihrer Kurse, und daraus entstand eine tiefe Verbindung, die mich bis heute begleitet. Durch sie lernte ich spirituelle und geistige Gesetze kennen. Sie half mir, meine Erfahrungen einzuordnen, meinen eigenen Weg zu gehen und immer wieder zur göttlichen Verbindung zurückzufinden.
Beruflich begann ich ursprünglich in der Krankenpflege, merkte aber schnell: Akutpflege und ich – das wird keine Liebesgeschichte. Mein Weg führte mich in die Altenpflege und später in die Betreuungs- und Psychiatriepflege.
Die Pflege wurde für mich zu einer echten Schule des Lebens. Ich begegnete Menschen mit Kriegserfahrungen, Humor, Härte, Würde und sehr viel unausgesprochener Wahrheit. Gleichzeitig lernte ich: Man kann nicht alle glücklich machen – ich habe es versucht, Spoiler: funktioniert nicht. Zwölf Tage arbeiten und zwei Tage frei waren damals die Norm. Lange glaubte ich, ich müsste einfach stärker sein. Erst später verstand ich: Nicht ich war falsch. Wer dauerhaft über die eigenen Grenzen geht, zahlt irgendwann psychisch und körperlich dafür. Gerade die Arbeit mit dementen und psychisch belasteten Menschen zeigte mir, wie wichtig geistige, körperliche und emotionale Selbsthygiene ist. Nur wenn wir selbst im Gleichgewicht sind, können wir wirklich für andere da sein. Durch die Pflege haben meine Erkenntnisse neben dem spirituellen auch einen medizinischen Hintergrund. Ich bin sehr dankbar, dass es die Medizin gibt. Gleichzeitig habe ich erlebt, dass sie oft symptomorientiert arbeitet und nicht alles erkennt oder erklären kann. Für mich können medizinisches Wissen, energetische Heilung und Frequenztherapie einander ergänzen.
2006 lernte ich meinen Mann nach der Fußball-WM in Deutschland kennen. 2009 heirateten wir und gingen gemeinsam in die Schweiz. Die Schweiz fühlte sich für mich seltsam vertraut an, obwohl ich vorher nie dort gewesen war. Erst Jahre später verstand ich, warum: Die Landschaft erinnerte mich unbewusst an meine Geburtsstadt Duschanbe – flache Ebenen mit Bergen im Hintergrund. In der Schweiz lernte ich eine neue Kultur und eine andere Art der Kommunikation kennen. Als direkte Norddeutsche eckte ich manchmal an. Gleichzeitig half mir die Schweiz, weicher zu werden, ohne mich selbst zu verlieren.
Schon dort durfte ich als freiwillige Helferin im Tierpark Goldau mitwirken. Tiere haben mich immer tief berührt, weil sie ehrlich sind und keine Masken tragen. Sehr angenehm, wenn man vorher jahrelang mit menschlicher Kommunikation gearbeitet hat.
2014 beschlossen mein Mann und ich, alles hinter uns zu lassen und nach Australien zu gehen. Wir spürten den Ruf, die Welt zu entdecken – und wenn das Leben ruft, sollte man zumindest mal rangehen. Die Jahre in Australien und Neuseeland veränderten mich tief. Wir lebten als Backpacker im Van, mit wenigen Dingen und sehr viel Freiheit. Alles, was wir brauchten, passte in dieses Auto – inklusive uns selbst, was je nach Tagesform auch schon eine Leistung war.
Während dieser Zeit lernte ich tauchen – trotz meiner Platzangst. Unter Wasser öffnete sich für mich eine völlig neue Welt. Besonders bewegend war, dass ich dort Bilder wiedererkannte, die ich bereits als Kind geträumt hatte. Das zeigte mir: Angst darf uns beraten, aber sie darf nicht unsere Lebensentscheidungen treffen.In Australien durfte ich mit Wildtieren arbeiten, in Nationalparks und Tierparks helfen und meinem alten Traum näherkommen, Tierpflegerin zu sein.
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Auch Afrika, Indonesien und viele andere Orte prägten mich tief. Ich durfte unglaubliche Landschaften erleben – vom Great Barrier Reef über den Dschungel Indonesiens, das Okavango-Delta in Afrika bis zum Grand Canyon in Amerika. Dabei erkannte ich immer mehr: Keine Kultur besitzt allein die Wahrheit. Es gibt unzählige Arten, Leben zu leben. Und trotz aller Reisen wurde mir irgendwann klar: Das Paradies existiert nicht im Außen. Australien hat Sandflies, Afrika hat seine eigenen Regeln, die Schweiz hat Kuhglocken – und überall nimmt man sich selbst mit.
Mit 31 Jahren kehrte ich zum ersten Mal bewusst nach Tadschikistan zurück – gemeinsam mit meinem Mann. Ich besuchte die Klinik, in der ich geboren wurde, fand das Haus meiner Familie wieder und spürte den Puls dieser Stadt. Diese Reise war sehr heilsam. Gleichzeitig verstand ich dort endgültig, warum mich die Schweiz immer so angezogen hatte. Und trotzdem erkannte ich: Auch dort bin ich Fremde geblieben.Mein wahres Zuhause fand ich nicht in einem Land, sondern in Verbindung. Mein Mann ist mein Zuhause. Meine spirituelle Lehrerin ist meine verbundene Seele.Und durch meine Reisen habe ich gelernt, mich selbst anzunehmen. Ich ziehe mir immer wieder Wegbegleiter und Freunde in mein Leben, die mir guttun.
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Auch Afrika, Indonesien und viele andere Orte prägten mich tief. Ich durfte unglaubliche Landschaften erleben – vom Great Barrier Reef über den Dschungel Indonesiens, das Okavango-Delta in Afrika bis zum Grand Canyon in Amerika. Dabei erkannte ich immer mehr: Keine Kultur besitzt allein die Wahrheit. Es gibt unzählige Arten, Leben zu leben. Und trotz aller Reisen wurde mir irgendwann klar: Das Paradies existiert nicht im Außen. Australien hat Sandflies, Afrika hat seine eigenen Regeln, die Schweiz hat Kuhglocken – und überall nimmt man sich selbst mit.
Mit 31 Jahren kehrte ich zum ersten Mal bewusst nach Tadschikistan zurück – gemeinsam mit meinem Mann. Ich besuchte die Klinik, in der ich geboren wurde, fand das Haus meiner Familie wieder und spürte den Puls dieser Stadt. Diese Reise war sehr heilsam. Gleichzeitig verstand ich dort endgültig, warum mich die Schweiz immer so angezogen hatte. Und trotzdem erkannte ich: Auch dort bin ich Fremde geblieben.Mein wahres Zuhause fand ich nicht in einem Land, sondern in Verbindung. Mein Mann ist mein Zuhause. Meine spirituelle Lehrerin ist meine verbundene Seele.Und durch meine Reisen habe ich gelernt, mich selbst anzunehmen. Ich ziehe mir immer wieder Wegbegleiter und Freunde in mein Leben, die mir guttun.
Mein erstes Kind ist nicht in die materielle Welt gekommen. Durch eine geplatzte Eileiterschwangerschaft bin ich dem Tod sehr nah begegnet – und er hätte mich beinahe mitgenommen. 2019 wurde ich Mutter meines Sohnes, 2021 Mutter meiner Tochter. Die Mutterschaft hat mein Bild von Weiblichkeit tief verändert. Ich lernte, dass ich als Frau vieles nicht kontrollieren kann: nicht, wann ich schwanger werde, wie sich mein Kind entwickelt, wann es geboren wird oder wie die Geburt verläuft. Ich musste mich der Natur anvertrauen – und durfte erleben, dass die Natur sich auch um mich kümmert. Nach der Geburt verblasste der Schmerz, und es blieb dieses unglaubliche Glück: mein Kind im Arm zu halten, es mit meinem eigenen Körper ernähren zu können und diese tiefe Vertrautheit zu spüren. Das kann man kaum erklären. Man kann es nur erleben.
In meiner rebellischen Phase bestand ich darauf, dass weiblich und männlich gleich sind. Ich wollte beweisen, dass ich als Frau genauso stark bin wie ein Mann. Heute sehe ich das anders: Wir sind nicht gleich – wir sind gleichwertig. Jeder trägt eigene Kräfte, Aufgaben und Qualitäten in sich. Ich bin dankbar, weiblich zu sein, auch wenn ich einen großen männlichen Anteil in mir trage. Gerade diese Mischung macht mich aus.
Für mich sind Spiritualität und Kirche nicht grundsätzlich voneinander getrennt. Ich bin evangelisch erzogen worden und war selbst Konfirmandenbegleiterin. Gleichzeitig bin ich nicht mit allem einverstanden, was Kirche tut oder getan hat.Es macht mich traurig, wenn Menschen sich vom Göttlichen abwenden, obwohl sie sich eigentlich nur von verletzenden Erfahrungen mit der Kirche distanzieren möchten. Für mich ist das Göttliche größer als menschliche Institutionen.
Die Ausbildung bei Cornelius van Lessen gab mir später ein klares Werkzeug an die Hand, um meine Spiritualität nicht nur für mich selbst zu verstehen, sondern sie bewusst und verantwortungsvoll für andere Menschen einzusetzen.Durch all meine Erfahrungen – die schönen und die dunklen – habe ich gelernt: Heilung bedeutet, wieder in die eigene Resonanz zu kommen. Sich selbst zu verstehen. Sich selbst zu lieben. Sich selbst zu verzeihen. Und den eigenen Weg nicht mehr im Außen zu suchen, sondern in sich selbst.
Heute begleite ich Menschen mit meiner energetischen Arbeit dabei, sich wieder an ihre eigene göttliche Verbindung zu erinnern und Schritt für Schritt zu sich selbst zurückzufinden.Ich arbeite nicht aus Theorie heraus, sondern aus gelebter Erfahrung. Ich kenne Angst, Überforderung, Dunkelheit, Burnout, Ohnmacht und tiefe Krisen. Aber ich kenne auch Vertrauen, Heilung, Liebe und die Erfahrung, vom Leben getragen zu werden. Denn ich glaube zutiefst: Keine Erfahrung ist sinnlos. Keine Erfahrung zerstört uns endgültig, solange wir uns daran erinnern, wer wir wirklich sind – ein Teil des Göttlichen.













